Magnetresonanztomographie

Ziel der Untersuchungen mittels Magnetresonanztomographie ist es, die Kenntnisse über strukturelle und funktionelle neurobiologische Grundlagen eine (devianten) sexuellen Interesses zu erweitern. Bildgebende Studien zur Pädophilie zeigen, dass bei pädophilen Probanden dasselbe neuronale Netzwerk beim Betrachten devianter sexueller Reize aktiviert wird wie bei gesunden Probanden beim Betrachten nicht-devianter sexueller Reize (z.B. Mohnke et al. 2014, Tenbergen et al. 2015). In eigenen Fallstudien konnten wir diese ebenfalls zeigen  (Muhlack 2010, Jordan et al. 2014).  Andererseits aber wird die Vergleichbarkeit der Studien durch die hohe Heterogenität der  Untersuchungsdesgins und sehr unterschiedliche Patientenpopulationen eingeschränkt.  Weiterhin fällt die Inkonsistenz der Ergebnisse insbes. bezüglich Auffälligkeiten auf  regionaler Ebene auf.In bezug auf die Diagnostik und Ätiologie ist es von großem Interesse zwischen frühen und späten Aufmerksamkeitsprozessen unterscheiden zu können. Daher werden ausgehend von von Spiering und Everaerd beschriebenen Modell zur sexuellen Erregung von (Spiering and Everaerd, 2007) sowohl frühe (automatische) als auch späte (kontrollierte) Aufmerksamkeitsprozesse und deren neurobiologischen Korrelate mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersucht.

Subliminale Wahrnehmung

Nach aktuellen Definitionen sind subliminale Reize Stimuli, die zwar vom Gehirn verarbeitet werden, aber nicht bewusst wahrgenommen werden.  Sie werden i.d.R. nicht länger als 50ms gezeigt (Brooks et al. 2012). In einer ersten eigenen Studie wurden gesunden heterosexuellen Probanden sexuelle Stimuli subliminal präsentiert, um frühe (automatische) Aufmerksamkeitsprozesse zu erfassen. Die Ergebnisse zeigten, dass subliminal präsentierte, sexuell relevante Stimuli hämodynamische Antworten in Netzwerken hervorrufen, die mit der Verarbeitung sexueller Reize in Verbindung gebrachte werden (Hofter et al. 2014). In einer Fallstudie mit einem pädophilen Patienten zeigten wir, dass sich diese Netzwerke unter testosteronsenkender Behandlung verändern (Jordan et al. 2014). In weiteren Studien wird das experimentelle Design optimiert, sowie Patientengruppen eingeschlossen.

Projektleitung: Dr. Peter Fromberger, PD Dr Kirsten Jordan 


Mentale Rotation

Kontrollierte Aufmerksamkeitsprozesse werden mit dem bereits in den Eyetracking-Untersuchungen verwendeten Design untersucht. Sexuelles Interesse wird dabei unter kognitiver Belastung erfasst. Die Ergebnisse einer ersten eigenen Studie mit gesunden heterosexuellen Probanden weisen darauf hin, dass sexuelles Interesse auch dann auf bildgebender Ebene gemessen werden kann, wenn eine kognitive Aufgabe im Vordergrund steht (Wieser et al. 2014, Jordan et al. 2014). In weiteren Studien wird das experimentelle Design optimiert, sowie Patientengruppen eingeschlossen.

Projektleitung: PD Dr. Kirsten Jordan, Dr. Peter Fromberger