Sexualdelinquenz / Pädophilie

Der Begriff „Paraphilie“ entspricht der Störung der sexuellen Präferenz und wird von vielen Autoren mit dem Begriff „sexuelle Devianz“ gleichgesetzt. Die im DSM-IV-TR  aufgeführten Formen der Paraphilien entsprechen weitgehend den sexuellen Präferenzstörungen der ICD-10. Bei der Paraphilie handelt es sich um eine chronische Vorliebe für eine sexuelle Praktik, die nicht der Fortpflanzung dient und die entweder in der Fantasie oder durch sexuelle Betätigung ausgelebt wird. Nach DSM-IV-TR  sind darunter wiederholte starke sexuelle Impulse und sexuell erregende Fantasien zu verstehen, die sich auf ungewöhnliche Objekte, Aktivitäten oder Situationen beziehen und in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen verursachen(Nedopil & Müller 2012). Zu den Paraphilien gehört auch die Pädophie.Die ICD-10 definiert die Pädophilie  (F 65.4) als eine „anhaltende oder dominierende Präferenz für sexuelle Handlungen mit einem oder mehreren Kindern vor deren Pubertät“. Im Interesse der Betroffenen und der Öffentlichkeit ist eine differenzierte und praktikable Diagnostik dieser Störung von großer Bedeutung. Aktuelle diagnostische Ansätze basieren auf Aufmerksamkeitsprozessen im Zusammenhang mit einer devianten sexuellen Neigung, um objektive diagnostische Aussagen treffen zu können (Thornton & Laws, 2009). In unserer Arbeitsgruppe nutzen wir Augenbewegungsmessungen, die Magnetresonanztomographie sowie virtuelle Realitäten zur Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren.